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Achtung Terminänderung!

Bitte beachten Sie folgenden Termintausch im Rahmen der Ringvorlesung "Inklusion in Theorie und Praxis":

5.12.2016, Prof. Dr. Andreas Brenne: "Ästhetische Bildung und Inklusion - zur ästhetischen Dimension fachlichen Lernens"

23.1.2017, Dr. Ekkehard Ossowski und Magdalena Hollen: "Am Rand der Inklusion? – Zur Situation von Eltern beeinträchtigter Kinder"

Ringvorlesung im Wintersemester 2016/17

Inklusion in Theorie und Praxis

Jeweils montags 18 Uhr c.t. (Kolpingstraße 7 (HVZ), Raum 01/E01-02)

Die Ringvorlesung greift das Thema „Inklusion“ an der Universität Osnabrück zum wiederholten Male auf, weil es nach wie vor auf vielen gesellschaftlichen Ebenen, vor allem aber hinsichtlich einer Umsetzung in die schulische und außerschulische Praxis diskutiert wird. Neben dem wissenschaftlich-theoretischen Ringen um ein tragfähiges Verständnis von Inklusion zeitigt die bildungspolitisch gewollte Verpflichtung zur Inklusion im deutschen Schulsystem erheblichen Diskussions- und Handlungsbedarf und somit auch kritische Fragen zur Umsetzung in die schulische Praxis. Daraus ergibt sich ein weites Feld an Aspekten in Theorie und Praxis von Inklusion. Die einzelnen Vorträge greifen dieses breite Spektrum auf, indem von Vertreterinnen und Vertretern unterschiedlicher Arbeitsfelder sowohl wissenschaftliche Erkenntnisse, aktuelle Informationen, eigene Erfahrungen und kritische Standpunkte als auch Strategien, Konzepte und Initiativen der Praxis präsentiert werden. Das grundlegende Ziel der Ringvorlesung liegt darin, fundierte Beiträge zur kritischen Reflexion einer bedeutenden Bildungsreform im Spannungsfeld von insbesondere schulpädagogischer Theorie und Praxis zu leisten.

 

1. Sitzung: 31. Oktober 2016

Überblick und Einführung

Dr. Ekkehard Ossowski und Magdalena Hollen, M.A., Universität Osnabrück, Institut für Erziehungswissenschaft, Schulpädagogik

KOS.1644.154

Flyer zur Ringvorlesung

Plakat zur Ringvorlesung

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2. Sitzung: 07. November 2016

Die inklusive Schule – warum und wie?

Prof. em. Dr. Hans Wocken, Universität Hamburg

KOS.1645.155

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Der Vortrag stellt die Gründe für eine inklusive Unterrichtung aller Kinder dar. Nach einer inhaltlichen Klärung der Begriffe Integration und Inklusion werden sodann Grundfragen einer inklusiven Pädagogik aufgegriffen: Was zeichnet eine inklusive Schule aus? Was charakterisiert einen inklusiven Unterricht? Und schließlich: Wie sieht eine inklusive Bildungslandschaft aus? Der Vortrag zielt auf eine grundlegende Darstellung einer inklusiven Pädagogik und inklusiven Bildungspolitik ab.

 

3. Sitzung: 14. November 2016

Ver-rückte einschließen

Dr. med. Christoph Volkamer, Facharzt für Kinder- und Jugendpsychiatrie und –psychotherapie

KOS.1646.156

Bei fast allen schulpflichtigen Kindern und Jugendlichen, die kinder- und jugendpsychiatrisch untersucht werden bestehen schulische Probleme. Im Rahmen der kinder- und jugendpsychiatrischen Diagnostik werden die Ursachen und die Ausprägung von Entwicklungsrückständen und Verhaltensstörungen ergründet und die Anforderungen für eine positive Entwicklung definiert. Die schulischen Bedingungen spielen für diese Entwicklung oft eine wesentliche Rolle und haben sich durch die Inklusion verändert. Kann - und wenn ja wie – die Inklusion aus kinder- und jugendpsychiatrischer und –psychotherapeutischer Sicht gelingen?

 

4. Sitzung: 21. November 2016

Katholische Bildungs- und Sozialeinrichtungen auf dem Weg zur Inklusion (Teil I)

Dr. Winfried Verburg (Oberschulrat im Kirchendienst), Vorstand der Schulstiftung im Bistum Osnabrück und Leiter der Abteilung Schulen & Hochschulen im Bischöflichen Generalvikariat Osnabrück, in Kooperation mit Heinfred Tippelt, Leiter Entwicklung und Bildung im Christophorus-Werk Lingen, und Guido Venth, Schulleiter der FöS Kardinal-von-Galen-Haus, Dinklage

KOS.1647.157

Viele Kindertagesstätten, Tagesbildungsstätten, Regel- und Förderschulen sind Bildungsreinrichtungen in kirchlicher Trägerschaft. Aufgrund ihres theologisch begründeten Selbstverständnisses versuchen diese Einrichtungen, Inklusion von der KiTa bis zur beruflichen Bildung zu realisieren. Als Einrichtungen in freier Trägerschaft gehen sie dabei auch andere Wege als öffentliche Einrichtungen. In diesem ersten Teil wird zunächst die theologische Begründung für Inklusion kurz erläutert. Die Folgerungen daraus für den Elementarbereich werden anhand der Positionierung der Caritas zur Inklusion in Kitas und eines Praxisbeispiels dargelegt. Weiter werden die praktischen Konsequenzen für die Schulen des Primar- und Sekundarbereiches in Trägerschaft der Schulstiftung vorgestellt. Inklusion betrifft aber nicht nur Regelschulen. Ein konkretes Beispiel für die Weiterentwicklung einer FöS zu einer inklusiven Schule, die auch Kinder ohne sonderpädagogischen Förderbedarf beschult, zeigt der Leiter der FöS Kardinal-von-Galen-Haus in Dinklage, Guido Venth, auf.

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5. Sitzung:28. November 2016

Katholische Bildungs- und Sozialeinrichtungen auf dem Weg zur Inklusion (Teil II)

Rita Nolte und Paul Leidner, Leitung Geschäftsbereich Behindertenhilfe und Psychiatrie beim Caritasverband für die Diözese Osnabrück, in Kooperation mit Mechthild Ehlen, Leiterin der Tagesbildungsstätte des St. Lukas-Heims, Papenburg, Renate Edelkamp, Leiterin des Stellwerks, Berufsbildungsbereich der Caritas-Werkstätten Nördliches Emsland GmbH und Muriel Franek, St. Maria-Elisabeth-Haus, Bad Laer

KOS.1648.158

Die Rechte von Menschen mit Behinderung werden insbesondere auch in der UN-Behindertenrechtskonvention festgeschrieben. Als Caritas haben wir uns dazu verpflichtet, möglichst viel selbstbestimmte Teilhabe zu ermöglichen. Wir fördern das Zusammenleben von Menschen mit und ohne Behinderung. Unser Ziel ist es, dass Menschen mit Behinderungen ihr Leben als gleichberechtigte Mitglieder der Gesellschaft weitestgehend selbstbestimmt gestalten können.
Welche Chancen der Besuch der Tagesbildungsstätte insbesondere auch schwer mehrfach behinderten Kindern eröffnet, wie Berufsfindung und berufliche Teilhabe am Arbeitsleben gelingen können, werden vorgestellt. Die Inklusion von schwer mehrfach behinderten Menschen im Sozialraum wird insbesondere am Wohnprojekt des St. Maria-Elisabeth-Hauses verdeutlicht.

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6. Sitzung: 05. Dezember 2016

Ästhetische Bildung und Inklusion - zur ästhetischen Dimension fachlichen Lernens

Prof. Dr. Andreas Brenne, Universität Osnabrück, Fachgebiet Kunst/Kunstpädagogik

KOS.1704.006 Achtung, dieser Termin wurde geändert. Bitte wenden Sie sich bei Fragen zur Online-Anmeldung an das Kompetenzzentrum der Universität Osnabrück.

Ästhetisches Lernen ist basales Lernen und bezieht sich nicht nur auf die ästhetischen Fächer, sondern ist fundamentaler Bestandteil von Bildungsprozessen von Kindern und Jugendlichen - ein Sachverhalt der für den Inklusionsdiskurs von besonderer Bedeutung ist. Spielen hier doch unterschiedliche Kommunikations- uns Symbolisierungsformen jenseits der Sprache eine Rolle. In diesem Vortrag wird dieser Zusammenhang erläutert und im Hinblick auf Umsetzungsfragen diskutiert.

7. Sitzung: 12.Dezember 2016

Schulische Inklusion diesseits und jenseits des Leistungsprinzips

Dr. phil. Fabian Dietrich, Institut für Erziehungswissenschaft, Leibniz Universität Hannover; Vertretung der

Professur für Schulpädagogik mit dem Schwerpunkt Schulforschung/Schultheorie, Institut für Erziehungswissenschaft, Universität Osnabrück

KOS.1650.160

Im Kontext von Ansätzen einer inklusiven Schul- und Unterrichtsentwicklung gerät die tradierte universalistisch-unpersönliche Leistungsorientierung des Schulischen (erneut) in die Kritik. Fluchtpunkt von Forderungen nach alternativen Formen der Leistungsbewertung ist eine „Pädagogik der Vielfalt“, die auf eine Wertschätzung aller Schüler/innen zielt.

Derartige Programmatiken erscheinen attraktiv, indem sie unmittelbar an ein etabliertes schulpädagogisches Deutungsmuster anschließen: Aufgerufen wird die Figur eines die schulische Praxis prägenden Dilemmas zwischen „Fördern und Auslesen“, das auf einen Widerspruch zwischen dem pädagogischen Handlungsauftrag und einer der Schule gesellschaftlich zugewiesenen „Selektionsfunktion“ zurückgeführt wird.

Ein Blick auf den Alltag schulischer Leistungsbewertung in ihrer erstaunlichen Fraglosigkeit und Allgegenwärtigkeit irritiert jedoch dieses Deutungsmuster. Die im Mittelpunkt des Beitrages stehenden unterrichts- bzw. schultheoretischen Rekonstruktionen richten sich daher auf die Frage nach der immanenten Bedeutung schulischer Leistungsbewertung. Ausgelotet werden davon ausgehend Varianten einer Relationierung von Inklusion und schulischer Leistungsorientierung.

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8. Sitzung: 09. Januar 2017

Fit für die Inklusion im Schulalltag? Inklusionsspezifische Förderung Lehramtsstudierender während der Grundausbildung an der Universität

Prof. Dr. Wassilis Kassis

KOS.1702.004

Der Beitrag der Lehrer/innen-Grundausbildung zu gelungenen Inklusionsprozessen und -ergebnissen in der Schule ist leider ein nicht gesicherter Forschungsbereich: Zu sehr weichen die Forschungsergebnisse voneinander ab, und dies obwohl die bildungspolitischen Hoffnungen enorm sind. Im Rahmen des EKBI-Projektes wurden an der Universität Osnabrück unter der Leitung von Prof. Dr. Ingrid Kunze viele auf Inklusion fokussierte Kurse angeboten, die laufend evaluiert werden. Die Fragestellung ging beispielsweise einerseits dahin, wie die Selbstwirksamkeit angehender Lehrpersonen im Inklusionskontext unterstützt werden kann - und andererseits, ob im Rahmen dieser Angebote inklusionsrelevante Einstellungen und Kompetenzen der Selbst- und Klassenführung in inklusiven Klassen gefördert werden konnten. Im Rahmen dieses Vortrags werden erste Ergebnisse eingeführt und kritisch diskutiert.

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9. Sitzung: 16. Januar 2017

Nachhaltige Beziehungsgestaltung durch Gewaltfreie Kommunikation (GFK)

David Ginati, M.A., Wirtschaftspsychologe, Master of International Conflict Resolution and Mediation, Systemischer Berater, Coach und Mediator, Trainer für Gewaltfreie Kommunikation & Mediation

KOS.1703.005

Gewaltfreie Kommunikation ist eine Art miteinander zu kommunizieren und geht gleichzeitig weit darüber hinaus – Sie weist den Weg in ein Leben jenseits von richtig und falsch, von Schuldzuweisungen und Schuldgefühlen, von Unterstellungen und Beurteilungen, von der Angst vor der Reaktion des Anderen, von „ich soll/sollte“ und „ich muss/müsste“. GFK bietet Methoden um unsere Fähigkeit zu entwickeln uns selbst und andere empathisch wahr- und anzunehmen und uns so auszudrücken, dass es unseren Bedürfnissen entspricht und ermöglicht, uns gegenseitig wirklich zu hören. Sie bietet einen praktischen Ansatz, eigene destruktive Denk- und Handlungsmuster zu erkennen und liebevolle, wertschätzende, aber insbesondere auch ehrliche und authentische Beziehung mit sich und seinen Mitmenschen zu kultivieren. Eine Kultur des Miteinanders kann entstehen, Missverständnisse sowie Eskalationen frühzeitig vermieden und Konflikte auf kooperative und kreative Art und Weise gelöst werden. Weitere Informationen unter www.cnvc.org; Center for Nonviolent Communication.

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10. Sitzung: 23.01.2017

Am Rand der Inklusion? – Zur Situation von Eltern beeinträchtigter Kinder

Dr. Ekkehard Ossowski und Magdalena Hollen, M.A.

KOS.1649.159 Achtung, dieser Termin wurde geändert. Bitte wenden Sie sich bei Fragen zur Online-Anmeldung an das Kompetenzzentrum der Universität Osnabrück.

Betrachtet man die Debatte um Theorie und Praxis von Inklusion insbesondere in Bezug auf Schule, so kann schnell der Eindruck entstehen, dass sich die Berücksichtigung von Eltern beeinträchtigter Kinder in ihren gestärkten Rechten und Partizipationsmöglichkeiten doch als ausreichend erweist. Betrachtet man die Debatte aber näher, so kann man sich fragen, ob denn jemand die oft besonders belastende Lebenssituation dieser Eltern beachtet, denn diese wird nur selten erwähnt und stellt beispielsweise an die schulische Eltern- und Beratungsarbeit und an die Professionalität der Lehrkräfte etwas andere, vermutlich höhere Ansprüche. Dieser Vortrag will einen Einblick in die Lebenswelt von Eltern beeinträchtigter Kinder geben und Wege zu einer Professionalisierung schulischer Beratung aufzeigen.

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11. Sitzung: 30.01.2017

Inklusion zwischen Ernüchterung und Enthusiasmus

Jutta Paul-Fey, Schulleiterin, Nelson – Mandela – Schule, Städt. Sekundarschule Remscheid

KOS.1705.007

Seit der im März 2009 in Deutschland in Kraft getretenen Behindertenrechtskonvention wird ein inklusives Bildungsangebot auf allen Ebenen gefordert, also auch in der Schule. Aus politischer Sicht ist die Inklusion in Schule problemlos umgesetzt – aber entspricht das der Realität? In diesem Vortrag geht es darum aufzuzeigen, welche negativen, aber auch positiven Erfahrungen im Alltag von Schule auftreten. An praktischen Beispielen aus dem Schulalltag werden Schwächen und Stärken von schulischer Inklusion auf organisatorischer und theoretischer Ebene aufgezeigt und Möglichkeiten erläutert, wie es für Lehrerinnen und Lehrer trotzdem möglich ist, Inklusion im Schulalltag umzusetzen und somit ein positives Fazit ziehen zu können.

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12. Sitzung: 06.02.2017

18.15 – 19.00 Uhr

Chancen der Inklusion durch adäquate Hilfsmittelversorgung

Tobias Strotmann, Medizinprodukteberater, Ergotherapeut; Abteilungsleiter Rehatechnik; Firma Gehrmeyer, Zentrum für Orthopädie und Rehatechnik

KOS.1706.008

Vortragsprogramm:

- Bedeutung der Inklusion in Bezug auf die Hilfsmittelversorgung

- Vorstellung von zwei Inklusionsflyern

- Wer trägt die Kosten der Hilfsmittelversorgung?

Praxisbeispiele:

- Einfache Hilfsmittel mit maximaler Unterstützung

- Höhenverstellbare Therapiestühle > im Sitzen Teilhabe erfahren

- Stehrollstühle > vom Sitzen zum Stehen

- Barrierefreiheit in Kindergärten und Schulen > Sinn und Unsinn an Versorgungsbeispielen

19.00 – 19.45 Uhr: Abschluss und Ausblick

Dr. Ekkehard Ossowski und Magdalena Hollen, M.A., Universität Osnabrück, Institut für Erziehungswissenschaft, Schulpädagogik

Die Veranstaltung wird unterstützt durch das Kompetenzzentrum für Lehrerfortbildung Osnabrück (KOS).

 


 

<h1 style="text-align: center;">Ringvorlesung im Wintersemester 2015/2016</h1> <h1 style="text-align: center;">Schulische Übergänge gestalten – Brücken bauen</h1>

(Veranstalterinnen: apl. Prof. Dr. Monika Fiegert/Prof. Dr. Ingrid Kunze/Katharina Lutter M.Ed.)

Die Veranstaltungsreihe „Schulische Übergänge gestalten – Brücken bauen“ umfasst Vorträge von Referentinnen und Referenten aus unterschiedlichen Schulen und Bildungseinrichtungen der Osnabrücker Region, die aus der Schullandschaft durch beachtliche best-practice-Beispiele zur Übergangsgestaltung herausragen. Zugleich werden einige ausgewählte Forschungsergebnisse vorgestellt, die den erziehungswissenschaftlichen Hintergrund für die Notwendigkeit des Brücken-Bauens bei schulischen Übergängen noch einmal erläutern. Neben den Möglichkeiten und Chancen sollen insbesondere auch die aus Sicht der Praktiker entstehenden Probleme angesprochen werden.
Besonderes Merkmal dieser Reihe ist, dass sie sich im Wintersemester 2015/16 gleichermaßen an interessierte Lehrerinnen und Lehrer sowie Referendare aller Schulformen in Osnabrück Stadt und Land u n d an Lehramtsstudierende der Universität Osnabrück wendet.

Zielsetzung: Ziel dieser Veranstaltungsreihe ist es zum einen, vielfältige Projekte zur Kompensation der Brüche bei Übergangssituationen an Einzelschulen der Osnabrücker Region vorzustellen und über deren Ziele, Wirksamkeit, Folgen und Konsequenzen zu informieren. Zum anderen soll aber auch die theoretische Perspektive zur Übergangsproblematik nicht zu kurz kommen. Erfahrungen, die bei der Einführung der Neuerungen gemacht wurden, werden auf diese Weise für interessierte Schulen nutzbar gemacht.

 

 

0. Sitzung (12.10.2015): Einführung, Organisatorisches

Die Veranstalterinnen regeln mit den Studierenden Organisatorisches.

 

Block 1: Theoretische Hintergründe

 

1. Sitzung (19.10.2015): Einführung, theoretische Grundlagen: Bildungs(un-) gerechtigkeit

apl. Prof. Dr. Monika Fiegert/Katharina Graalmann M. Ed./Prof. Dr. Ingrid Kunze: „Eröffnungsvortrag“.

Katharina Graalmann (wiss. Mitarbeiterin, Schulpädagogik, Universität Osnabrück): „‚Schulische Übergänge‘: Erkenntnisse aus der (Transitions-)Forschung“.

Grundlegend für die folgenden Vorträge zu spezifischen Übergängen werden hier theoretische Erkenntnisse zu normativen Übergängen vorgestellt, die wir alle als ‚Entwicklungsweg‘, der durchaus steinig sein und zu einem biografischen Bruch führen kann, durchlaufen. Es werden grundlegende Fachtermini, z.B. der Unterschied von Übergängen und Transitionen, eingeführt und vor allem anhand des IFP-Transitionsmodells (vgl. Griebel/Niesel 2011) Entwicklungsaufgaben der Akteure schulischer Übergänge verdeutlicht.

2. Sitzung (26.10.2015): Einführung, theoretische Grundlagen: Übergänge

Katharina Graalmann (wiss. Mitarbeiterin, Schulpädagogik, Universität Osnabrück):

Bildungs(un-)gerechtigkeit am Übergang“.

Welche Merkmale unserer heterogenen Gesellschaft beeinflussen Bildungserfolg? Wann oder wo genau erfolgt diese Beeinflussung? Viele Forschungsergebnisse belegen, dass schulische Übergänge mit ihren vielen Beteiligten hohes Potential bieten, um Bildungsungerechtigkeit zu verstärken. Zentrale Ergebnisse werden vorgestellt und es wird der Bezug zwischen ‚Bildungs(un-)gerechtigkeit‘ und ‚schulischen Übergängen‘ verdeutlicht. Auch auf existierende Maßnahmen mit dem Ziel, bildungs- und chancengerecht(er) zu handeln, wird verwiesen, um eine Basis für die Berichte der Schulen, die in den Folgevorträgen ihre Besonderheiten in der Gestaltung spezifischer Übergänge vorstellen, zu schaffen.

 

Block 2: Von der Grundschule in die weiterführende Schule

 

3. Sitzung (02.11.2015): Der Übergang von der Grundschule zur weiterführenden Schule aus Sicht der Grundschule

Katharina Graalmann (wiss. Mitarbeiterin, Schulpädagogik, Universität Osnabrück): „Übergangsempfehlungen im Bundesland-Vergleich“.

Bevor ausgewählte Grundschulen aus der Praxis der Gestaltung des Übergangs von der Grundschule in eine weiterführende Schule informieren, soll verdeutlicht werden, dass dieser Übergang im nationalen Vergleich unterschiedlich gehandhabt wird. Dazu werden Gemeinsamkeiten und Unterscheide zwischen den im Schulgesetz der jeweiligen Bundesländer verankerten Regelungen zum Übergang nach der Grundschule vorgestellt und entsprechend verschiedene Anforderungen an die Schülerinnen und Schüler erläutert.

Ausgewählte Grundschulen aus der Region informieren aus der Praxis der Gestaltung des Übergangs: Ein Podiumsgespräch mit Vertretern aus Grundschulen

Eine wichtige Aufgabe der Grundschule besteht darin, die Schülerinnen und Schüler möglichst optimal auf den Übergang in die weiterführenden Schulen vorzubereiten. Im Gespräch soll geklärt werden, vor welchen Herausforderungen die einzelnen Grundschulen dabei stehen und welche Konzepte sich bewährt haben. Besonderes Augenmerk wird auf die veränderte Situation gerichtet, dass in Niedersachsen keine Empfehlungen mehr für die Wahl der weiterführenden Schule ausgesprochen werden, die Grundschulen aber gleichwohl in einer Pflicht zur Beratung der Eltern stehen und ihre Schülerinnen und Schüler bestmöglich fördern sollen.

4. Sitzung (09.11.2015): Der Übergang von der Grundschule zur weiterführende Schulen aus Sicht der weiterführenden Schule

Theresa Rechtien (Absolventin der Universität Osnabrück): „Forschungsergebnisse zur Gestaltung des Übergangs an der Domschule Osnabrück“.

Axel Diekmann (Schulleiter der Domschule Osnabrück): „Erfahrungen aus der Praxis der Domschule“.

Der Übergang an die weiterführende Schule gilt auch als „zweite Einschulung“. Um ihn für die Schülerinnen und Schüler auf lernförderliche und persönlichkeitsstärkende Art und Weise zu gestalten, wird an der Domschule ein Konzept umgesetzt, das neben einem Kennenlerntag im 4. Schuljahr den Schwerpunkt auf eine durchdachte und ideenreiche Gestaltung der ersten Schultage und Schulwochen legt. Wie wirksam dieser Ansatz ist, wurde im Rahmen einer Masterarbeit durch systematische Beobachtungen und die Befragung des kompletten 5. Jahrgangs untersucht. Die Studie zeigt, dass die Lernenden den Übergang an die Oberschule rückblickend als erfolgreich und konfliktarm wahrnehmen.

Birgit Willenbrock(Koordinatorin der Jahrgänge 5 und 6)/Lisa Sieverding (Ernst-Moritz-Arndt-Gymnasium Osnabrück): „‘Wie schön, dass du auch bei uns bist, weil jeder Einzelne hier am EMA wichtig ist!‘ – eine Kultur des Willkommenseins schaffen“.

Der Übergang von der Grundschule an das Gymnasium bedeutet für viele Schülerinnen und Schüler eine großen Einschnitt innerhalb ihrer Schullaufbahn – und ist aus diesem Grund häufig (auch schon im Vorfeld) von großer Vorfreude, aber auch von Unsicherheit und Ängsten oder Sorgen geprägt. Diese Voraussetzungen, begleitet von der Tatsache, dass die Schülerinnen und Schüler aus verschiedenen Grundschulen kommen und die Klassen daher eine hohe Heterogenität aufweisen, prägen insbesondere die ersten Tage und Wochen an der neuen Schule. Wie dieser Problematik im Schulalltag begegnet und entgegengewirkt und eine Entlastung für die Kinder erreicht werden kann, wird anhand verschiedener bewährter Beispiele aus der Praxis des Ernst-Moritz-Arndt Gymnasiums präsentiert und erläutert, um den Schülerinnen und Schülern den Einstieg an der neuen Schule zu erleichtern und eine Kultur des Willkommenseins zu schaffen.

 

5. Sitzung (16.11.2015): Individuelle Lernentwicklung im Übergang

Jan Maarten Willenbrink (Oberschulrektor als Didaktischer Leiter

Johannes-Vincke-Schule/OBS Belm): „Die Dokumentation der Individuellen Lernentwicklung als Rückspiegel bei der Differenzierung, Förderplanung und Kursdifferenzierung. Nutzbarmachung und Fortführung der Beobachtungsbögen der Grundschule – eine Chance für individuelle Förderung?“

Die Pluralität der Schülerschaft und die Erlasslage machen in der jahrgangsbezogenen Oberschule eine differenzierende Unterrichtsgestaltung und eine Individualisierung der Bildungswege unumgänglich. Um fachliche Dispositionen im Kontext sich verändernder psycho-sozialer Dispositionen im Übergang von der Grundschule zur weiterführenden Schule insbesondere bei der Differenzierung, Förderplanung und Kursdifferenzierung nicht aus dem Blick zu verlieren, bewährt sich ein Bogen zur Dokumentation der Individuellen Lernentwicklung, welcher das Kind durch diese (und weitere) Übergangsphase(n) begleitet.

Block 3: Von der Sekundarstufe I in die Sekundarstufe II und in den Beruf

6. Sitzung (23.11.2015): Der Übergang von der Sekundarstufe I in die Sekundarstufe II

apl. Prof. Dr. Monika Fiegert (Universität Osnabrück): „Ergebnisse aus der Evaluation eines studentischen Forschungsteams zum Thema: Die Übergangssituation von der Sek. I in die Sek. II aus Schülersicht an der Gesamtschule Schinkel“.

Im Wintersemester 2014/15 haben vier Studierende auf Wunsch der Gesamtschule Schinkel eine kleine Erhebung durchgeführt, in der alle 11.- und 12.-Klässler befragt wurden, was aus ihrer Sicht zur Vorbereitung auf das Abitur an der Schule verbessert werden kann. Zentrale Ergebnisse werden hier vorgestellt.

Karsten Twiehaus (Leiter des Gymnasialzweiges der Gesamtschule Schinkel): „Maßnahmen zur Optimierung der Vorbereitung der Schülerinnen und Schüler auf den Unterricht im Sekundarbereich II“.

Die Übergänge vom Sekundarbereich I zur Einführungsphase sowie von der Einführungsphase in die Qualifikationsphase kristallisieren sich immer stärker als Nadelöhr für Schülerinnen und Schüler auf dem Weg zum Abitur heraus. An der Gesamtschule Schinkel werden verschiedene Maßnahmen ins Auge gefasst, um einen erfolgversprechenden „weichen“ Übergang zu gestalten, unabhängig davon, ob Schülerinnen und Schüler aus dem Gymnasialzweig oder dem Realschulzweig den Schritt in die gymnasiale Oberstufe antreten.

Daniel Sieverding und Florian Schürmann, Oberstufenkoordinator des Gymnasium Melle: „Weichenstellung in Richtung Persönlichkeitsentfaltung – Der Übergang von der Sekundarstufe I in die gymnasiale Oberstufe (Sek II)“

Der Wechsel von der Sekundarstufe I in die Sekundarstufe II gehört zu den vergleichsweise wenig erforschten und auch in der Praxis nur mäßig beachteten Schnittstellen im deutschen Bildungssystem. Dennoch ist der Übergang in die gymnasiale Oberstufe ein wichtiger Schritt in Richtung Studiums- bzw. Berufswahl. Eine stärker geforderte Eigenverantwortung der Schüler hinsichtlich ihrer schulischen und individuell-personalen Entwicklung, die Umgewöhnung auf das Kurssystem, neue Anforderungs- und Aufgabenformate sowie die Integration von Haupt- und Realschülern sind wesentliche Aufgaben von Schülern, Lehrern und der Institution Schule bei der Gestaltung dieses Übergangs. Anhand von Praxiserfahrungen und -beispielen soll verdeutlicht werden, wie das Gymnasium Melle, ein ländliches Gymnasium mit einer Oberstufe von über 400 Schülerinnen und Schülern, in Kohärenz zu seinem Leitbild diesen Übergang „miteinander, voneinander und füreinander“ zu gestalten versucht.

7. Sitzung (30.11.2015): Übergang Schule-Beruf

Thomas Bals (Universität Osnabrück): Jugendliche im Übergangssystem – Problemlagen und Chancen“.

Bezugspunkt des Vortrages sind die Ergebnisse des von der Friedel & Gisela Bohnenkamp-Stiftung im Zeitraum Juli 2011 bis März 2012 geförderten Projektes „Erfassung und Analyse des Übergangssystems in der Region Osnabrück“ (RÜsOs). Primäres Ziel des Vorhabens war die systematische statistische wie auch spezifische konkrete Erfassung der einzelnen Maßnahmen des Übergangssystems in der Region. Damit soll ein Überblick ermöglicht werden, der den – insbesondere aufgrund der Vielfalt der Förderansätze und des Spektrums der zur Verfügung stehenden Ressourcen – inzwischen für Betroffene wie Bildungsverantwortliche schwer durchschaubaren (Bildungs-/Förder-) Sektor auf regionaler Ebene transparenter macht. Basierend auf der berufspädagogischen Reflexion des Angebotsspektrums wurden Handlungsempfehlungen im Hinblick auf ein – in Kooperation mit den beteiligten Einrichtungen und komplementär zu den schon existierenden einschlägigen regionalen Bemühungen – zu entwickelndes regionales Übergangsmanagements in Stadt und Landkreis Osnabrück skizziert.

 

8. Sitzung (07.12.2015): Der Übergang von der Sekundarstufe I in die Sekundarstufe II:

Dr. Gabriele Klewin (stellvertretende Leiterin der Wiss. Einrichtung Oberstufen-Kolleg Bielefeld), Ramona Lau (Lehrende am Oberstufen-Kolleg) und Anika Lübeck (wiss. Mitarbeiterin): „Herausforderung Oberstufe: Der Einstieg ins Oberstufen-Kolleg unter Beachtung der Heterogenität von Schülerinnen und Schülern.“

Im Zentrum des Vortrags steht u.a. die Frage, welche Herausforderungen die Heterogenität der Schülerschaft am Oberstufen-Kolleg für den Einstieg in die Sekundarstufe II bedeutet, gerade da die Schüler_innen nicht bereits aus der Sekundarstufe I bekannt sind. Dabei werden unter Heterogenität nicht nur die klassischen Dimensionen wie Leistung oder Migrationsgeschichte gefasst, sondern der Blick richtet sich grundsätzlich auf alle Schüler_innen mit ihren unterschiedlichen Voraussetzungen bzw. pädagogischen Bedürfnissen (u.a. Schüler_innen mit nicht-linearen Bildungsbiographien, psychischen Erkrankungen oder körperlichen Beeinträchtigungen). Der Vortrag bleibt jedoch nicht bei der Situationsbeschreibung stehen, sondern es sollen auch Ansätze, Konzepte und Ideen zum produktiven Umgang mit der so verstandenen Heterogenität in der Eingangsphase vorgestellt werden. Diese werden am Oberstufen-Kolleg, einer der beiden Versuchsschulen des Landes Nordrhein-Westfalen, in verschiedenen Forschungs- und Entwicklungsprojekten von Lehrkräften und Wissenschaftler_innen untersucht bzw. entwickelt. In den Vortrag fließt insbesondere die Arbeit des Projektes „Kernaufgabe Inklusion am Oberstufen-Kolleg“ ein.

9. Sitzung (14.12.2015): Übergang Schule – Beruf: gelungene Kooperationen Schule und Betrieb

Jutta Hilgers (Lehrerin an der Gesamtschule Schinkel Osnabrück): „Kooperationen mit Betrieben – ein Baustein im Berufsorientierungskonzept der KGS Schinkel“.

Die Kooperation mit Osnabrücker Betrieben ist ein Baustein im Studien- und Berufsorientierungskonzept der KGS Schinkel, um Berufswahlkompetenzen der Schülerinnen und Schüler zu stärken. Vorgestellt werden Projekte und Kooperationen mit Osnabrücker Unternehmen wie Piepenbrock, ebm, OSMA-Aufzüge und der Felix Schoeller Group.

Mark Reinhardt (Schulleiter der Sophie-Scholl-Schule, Hauptschule Kloster Oesede): "Berufsorientierung im Spannungsfeld zwischen Anspruch und Wirklichkeit".

Die "Hauptschule" bietet von sich aus, quasi per Erlass, zahlreiche Vorgaben für die Berufsorientierung. Für die Gestaltung von Übergängen spielen Stiftungen, insbesondere die Stiftung Stahlwerk, eine große Rolle. Hier sollen Beispiele für bewährte und seit Jahren durchgeführte Projekte vorgestellt werden.

Sabine Stöhr (Geschäftsführerin stellv. Hauptgeschäftsführerin Leitung Öffentlichkeits- und Bildungsarbeit Industrieller Arbeitgeberverband Osnabrück – Emsland – Grafschaft Bentheim e.V.): „Unternehmen sucht Mitarbeiter – Erwartungen der Wirtschaft“.

Ist der Übergang Schule – Beruf für Jugendliche ein geplantes Durchstarten? Was bestimmt die Berufs- und Studienwahl von Schülerinnen und Schülern? Der Vortrag erläutert aus der Perspektive der Wirtschaft, welche Herausforderungen der demografische Wandel mit sich bringt und was Unternehmen von Schulen, Lehrkräften und Schülerinnen und Schülern erwarten.

10. Sitzung (11.01.2016): Übergang Inklusive Schule – Beruf:

Dr. Wolfgang Strotmann (Koordinator gemeinsames Lernen August-Claas Schule & Steuergruppensprecher Gesamtschule Harsewinkel): "Verantwortungsnetzwerke bilden: Multiprofessionelle Unterstützung im Übergang von (inklusiver) Schule in den Beruf". Schülerinnen und Schüler mit sonderpädagogischem Unterstützungsbedarf finden auf dem Arbeitsmarkt neue Beschäftigungsfelder vor. Hierbei bedürfen sie aber besonderer Hilfestellungen, die eine intensive Einbindung zahlreicher schulinterner und -externer Partner erfordern. Die August-Claas-Schule in Harsewinkel hat in den vergangenen sieben Jahren hierzu ein komplexes und wirksames Verantwortungsnetzwerk entwickelt.

 

Block 4: Perspektiven

11. Sitzung (18.01.2016): Möglichkeiten der Förderung

Katharina Liebing (Stadt Osnabrück, Fachbereich Bildung, Schule, Sport): „Das Diesterweg-Stipendium – eine außerschulische Förderung bildungsbenachteiligter Familien am Übergang in die weiterführende Schule“.

Das Diesterweg-Stipendium ist das erste Familien-Bildungsstipendium Deutschlands und unterstützt Kinder und ihre Familien am Übergang von der Grundschule in die weiterführende Schule; ab dem Schuljahr 2015/2016 wird es auch in Osnabrück umgesetzt. Projektleiterin Katharina Liebing stellt das in Frankfurt entwickelte Konzept sowie die Umsetzung in Osnabrück vor und berücksichtigt dabei auch die Erfahrungen und Evaluationsergebnisse der anderen Standorte.

12. Sitzung (25.01.2016): Bildungsübergänge gestalten – Perspektiven der erziehungswissenschaftlichen Forschung

Prof. Dr. Gabriele Bellenberg (Ruhr-Universität Bochum, Lehrstuhl für Schulforschung): „Eine schulkulturtheoretisch inspirierte Betrachtung von Übergängen im Bildungssystem".

Der Beitrag offeriert die Theorie der Schulkultur als Angebot, Übergänge im Bildungssystem zu betrachten. Vor dem Hintergrund dieser Theorie werden empirische Befunde zum Thema vorgestellt, interpretiert und schließlich in ihrer pädagogischen Bedeutung diskutiert.

 

13. Sitzung (01.02.2016): Abschlusssitzung

apl. Prof. Dr. Monika Fiegert/Katharina Graalmann/Prof. Dr. Ingrid Kunze: „Zusammenfassung und Ausblick“

In der Abschlusssitzung der Ringvorlesung werden noch einmal die zentralen Erkenntnisse und Ergebnisse aus praktischer wie theoretischer Perspektive zusammengefasst und kritisch eingeordnet.

<h1 style="text-align: center;"> </h1> <h1 style="text-align: center;">Ringvorlesung im Sommersemester 2014</h1> <h1 style="text-align: center;">Inklusion in Theorie und Praxis</h1>

Jeweils mittwochs 16 Uhr c.t.

Die Ringvorlesung greift mit der Inklusion ein Thema auf, welches auf vielen gesellschaftlichen Ebenen, vor allem aber hinsichtlich einer Umsetzung in die schulische und außerschulische Praxis, diskutiert wird. Neben dem theoretischen Ringen um ein tragfähiges Verständnis von Inklusion zeitigt die bildungspolitisch gewollte Verpflichtung zur Inklusion im deutschen Schulsystem erheblichen Handlungsbedarf und somit auch Fragen der Umsetzung in die schulische Praxis. Daraus ergibt sich ein weites Feld an Aspekten in Theorie und Praxis von Inklusion. Die einzelnen Vorträge versuchen sich diesem breiten Spektrum anzunähern, indem sowohl aktuelle Informationen beispielsweise zur Situation in Niedersachsen oder rechtlichen Hintergründen als auch Fragen zu politischen, ethischen und pädagogischen Perspektiven schulischer Inklusion behandelt werden. Entsprechend vielschichtig zeigt sich das Spektrum der mitwirkenden Referentinnen und Referenten, denn sie stammen aus Erziehungswissenschaft, Politik, Schulen und inklusiven Netzwerken der Region bzw. der Stadt Osnabrück.
TERMIN –Beginn jeweils Mi. 16:00 c.t.; die Raumangabe bitte den einzelnen Veranstaltungsterminen entnehmen (Raum 01/B01 und Raum 01/E01-02: Kolpingstraße 7 (HVZ), Raum 15/E10: Seminarstraße 20)

Überblick und Einführung

30. April –Raum 01/B01

Dr. Ekkehard Ossowski und Magdalena Hollen, M.A., Universität Osnabrück, Institut für Erziehungswissenschaft, Schulpädagogik

In der Auftaktveranstaltung werden Hintergrundaspekte zum Thema Inklusion beleuchtet. Die Konzentration liegt hier bewusst auf der regionalen Darstellung

PDF zur Auftaktveranstaltung hier klicken

–Inklusion in der Stadt Osnabrück – Daten, Fakten, aktueller Stand

07. Mai –Raum 01/E01-02

Helmut Pöppelmann, Inklusionsbeauftragter der Stadt Osnabrück

Rita Maria Rzyski, Stadträtin, zuständig für Familie, Bildung, Kultur, Soziales, Gesundheit, Sport

Einen Einblick in die aktuelle Datenlage und den gesellschafts- sowie bildungspolitischen Stellenwert von Inklusion für die Stadt Osnabrück vermitteln Frau Rita Maria Rzyski, Stadträtin für Familie, Bildung, Kultur, Gesundheit, Soziales und Sport und Herr Helmut Pöppelmann, zuständig für die Fachstelle Inklusion der Stadt Osnabrück

Inklusion und Recht - Schulrechtliche Bestimmungen in Niedersachsen und Ressourcen

14. Mai –Raum 15/E10 –

Leitender Regierungsdirektor Thomas Schippmann, Leiter des Dezernates Finanzen, Recht, Personal und Service bei der Niedersächsischen Landesschulbehörde, Regionalabteilung Osnabrück

Welche rechtlichen , auch schulrechtlichen Aspekte, bei der Umsetzung von Inklusion in die schulische Praxis relevant sind, wird in diesem Vortrag dargestellt

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–Inklusion und Raum. Vom herkömmlichen Raumverständnis zum komplexen Raumkonzept

21. Mai –Raum 01/E01-02

Dr. Ekkehard Ossowski und Magdalena Hollen, M.A., Universität Osnabrück, Institut für Erziehungswissenschaft, Schulpädagogik

Die Fragen der Umsetzung von Inklusion in die schulische Praxis beginnen nicht selten mit Problemen der Schulraumgestaltung: Welche Herausforderung ist mit einem inklusiven Schul(um)bau verbunden und wie können pädagogische Prinzipien und Architektur in einen konstruktiven Dialog treten? Verschiedene Perspektiven/Facetten dieser Debatte sollen betrachtet werden

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Behinderung entsteht im Blick der Anderen – Kompetenz auch

04. Juni –Raum 01/E01-02 –

Prof. Dr. Ulrike Graf, Universität Osnabrück, Institut für Erziehungswissenschaft, Pädagogik des Grundschulalters

Für die Perspektive der Betroffenen zu sensibilisieren, kann wichtige Impulse für die Diskussion liefern: Sind Menschen behindert oder werden sie behindert? Haben sie Kompetenzen oder lernen sie – je jünger sie sind –, Kompetenzen zu haben, weil ihre (professionellen) Bezugspersonen ihnen diese spiegeln? Wenn Letzteres zutrifft, dann sind wir PädagogInnen gefragt, Kompetenzen sehen zu können und zu wollen. Ausgangspunkt ist die Bereitschaft, auch den eigenen Kompetenzen und Grenzen Ansehen zu verleihen. Denn jede Person hat das Bedürfnis nach Autonomie und ist gleichzeitig auf Andere angewiesen; dies führt uns die Inklusion neu vor Augen.

Der Vortrag lädt ein, eigene Autonomien und Angewiesenheiten anhand ressourcenorientierter Reflexionen zu entdecken, um den Blick für die Kompetenzprofile von Kindern und Jugendlichen zu weiten.

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–Mit Ressourcenorientierung und Resilienzförderung auf Schatzsuche – Inklusive Begabungsförderung

11. Juni –Raum 01/E01-02

Carolin Kiso, M.Ed., nifbe Forschungsstelle Begabungsförderung

Miriam Lotze, M.A., Universität Osnabrück, Institut für Erziehungswissenschaft, Schulpädagogik

Zum Gelingen der Umsetzung von Inklusion könnten Ressourcenorientierung und Resilienzförderung beitragen. Beide setzen an den Stärken der Kinder an und laden pädagogische Fach- und Lehrkräfte ein, vom Fehlerfahnder zum Schatzsucher zu werden. Kinder sollen in Bildungseinrichtungen vielfältige Kompetenzen und Fähigkeiten erwerben, sich zu selbstbewussten, selbstreflektierten, kompetenten Individuen entwickeln, damit sie die vielfältigen, gesellschaftlichen Anforderungen
und die Herausforderungen des Lebens meistern können. Fest steht, wir lernen leichter, wenn wir etwas gut können und dies auch von engen Bezugspersonen gesagt bekommen. Daher verspricht eine ressourcenorientierte Perspektive auf das bereits Vorhandene, auf das Können der Kinder, Lernprozesse besser anstoßen zu können. Gerade im Hinblick auf ein inklusives Bildungssystem hält eine ressourcenorientierte Sichtweise auf die Kinder Chancen für alle Kinder bereit ihre Begabungen entfalten zu können.

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Inklusion und individuelle Förderung – zwei Seiten einer Medaille

18. Juni –Raum 01/E01-02 –

Prof. Dr. Claudia Solzbacher, Universität Osnabrück, Institut für Erziehungswissenschaft, Schulpädagogik, nifbe Forschungsstelle Begabungsförderung

Die Forschungsstelle Begabungsförderung (Uni Osnabrück und nifbe) analysiert seit fünf Jahren Ansätze und Positionen zur individuellen Förderung. In dieser Zeit wurde der Ruf nach individueller Förderung zunehmend abgelöst von Sorgen um die Umsetzung der Inklusion. In dieser Zeit wendeten und wenden sich Bildungspolitik, Gesellschaft und auch die Lehrerschaft immer stärker der Umsetzung von Inklusion zu und vergessen bis heute mitunter, dass es bereits mit der Individuellen Förderung Reformbestrebungen und Ansätze in der Praxis gibt, die eine wichtige Grundlage auch für die Umsetzung von Inklusion sind. Die Forschung zeigt tatsächlich, dass individuelle Förderung und Inklusion gemeinsam Chancen für einen Innovationsschub bieten


Inklusion
als Menschenrecht

25. Juni –Raum 01/E01-02 – ENTFÄLLT

Señor Prof. Dr. Vernor Muñoz, Costa Rica, ehemaliger UN-Sonderberichterstatter für das Menschenrecht auf Bildung

Ich höre - was? Erfahrungen des Mobilen Dienstes »Hören« mit der Inklusion

02. Juli –Raum 01/E01-02 –

Christoph Niemann, Hörgeschädigtenpädagoge, Fachbereichsleiter Mobiler Dienst/Inklusion am LBZH Osnabrück

Die spezifische Aufgabe, hinsichtlich hörbehinderter Kinder inklusive Theorie in die schulische Praxis umzusetzen, soll in dieser Veranstaltung verdeutlicht werden. Ausgehend von der Darstellung des Spektrums an Hörschädigungen unter Einbeziehung von Simulations-Software werden notwendige Rahmenbedingungen auf organisatorischer, personeller und technischer Ebene aufgezeigt. Die Einbeziehung von Erfahrungen aus der Tätigkeit im Mobilen Dienst „Hören“ beleuchten dabei Chancen, aber auch Grenzen der Inklusion Hörgeschädigter

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Verschieden sein – Gemeinsam lernen – Erfolgreich sein. Schulische Gelingensbedingungen bei der Beschulung von Schülerinnen und Schülern mit sonderpädagogischem Unterstützungsbedarf am Beispiel der IGS Osnabrück

09. Juli –Raum 01/E01-02 –

Stefan Knoll, Schulleiter und Elisabeth Buck, Didaktische Leiterin

Einen Einblick in die Praxis der IGS-Eversburg in Osnabrück gewähren Herr Stefan Knoll, Schulleiter, und Elisabeth Buck, Didaktische Leiterin. Auf der Basis spezifischer Erfahrungen zeigt ihr Beitrag die Besonderheiten einer IGS im Kontext der Realisierung von Inklusion.

Die inklusive Grundschule – Grundschul- und Förderschullehrkräfte im Team!

16. Juli –Raum 01/E01-02 –

Annette Klumpe, Förderschullehrerin

Kooperation gilt als eine Gelingensbedingung von Inklusion. Gegenstand des Beitrag von Frau Annette Klumpe ist die Darstellung der gemeinsamen Arbeit unter besonderer Beachtung der im Lernen beeinträchtigten Schülerschaft. Von zentraler Bedeutung für sie sind: Ressourcen –Zusammenarbeit - Unterricht und Lernförderung.

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–Lerncoaching – Lernen und Lehren unterstützen

23. Juli –Raum 15/E10

Marlies Knieper, Selbständige Beraterin und Lerntherapeutin, Osnabrück

In diesem Vortrag stehen der Umgang mit psychisch beeinträchtigten Schülern und die Auswirkungen von Teilleistungsstörungen im Sozialverhalten im Zentrum.
Beleuchtet wird diese Thematik aus verschiedenen Perspektiven: den Kontakt zu Lehrpersonen, die Kommunikation, die Kommunikation in der Klasse und die Lernmethoden.

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<h1 style="text-align: left;"> </h1> <h1 style="text-align: center;">Ringvorlesung</h1> <h1 style="text-align: center;">„Wie Lernen gelingen kann: Selbstkompetenzförderung im Fokus von Theorie und Praxis“</h1>

WiSe 2013/2014; Dienstags 18:15-19:45 Uhr

Seminarstr. 20; Gebäude 15, Raum E10

 

Die Veranstaltungsreihe „Wie Lernen gelingen kann: Selbstkompetenzförderung im Fokus von Theorie und Praxis“ umfasst 15 Vorträge, die von namhaften Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern sowie Praktikerinnen und Praktikern aus verschiedensten Fachgebieten gehalten werden.
Um Prozesse der eigenen (Lern-)Entwicklung erfolgreich zu gestalten, brauchen Kinder und Jugendliche Selbstkompetenz. Unter Selbstkompetenz verstehen wir ein Bündel von Komponenten, zu denen beispielsweise Selbstmotivierung, Selbstberuhigung, Selbstwahrnehmung und emotionale Ausdrucksfähigkeit zählen. Eine frühzeitige und fortlaufende Förderung von Selbstkompetenz ist eine nachhaltige Förderung, da sie entscheidenden Einfluss auf die gesamte Bildungsbiografie von Kindern und Jugendlichen nehmen kann.
Die Ringvorlesung vermittelt Grundlagen der Selbstkompetenzentwicklung und -förderung. Zudem werden praxisrelevante Ansätze und Konzepte der Selbstkompetenzförderung präsentiert, sowie Ansätze vorgestellt, wie Fach- und Lehrkräfte ihre eigene Selbstkompetenz reflektieren und stärken können.
Selbstkompetenz als Basiskompetenz für Lernen ist ein zentrales, aber zum Teil vernachlässigtes Thema in Elementar-, Primar- und auch Sekundarpädagogik.

22.10.2013

Kinder nachhaltig stärken - Selbstkompetenzförderung als vernachlässigte Aufgabe im Bildungsprozess?!

Prof. Dr. Claudia Solzbacher (Universität Osnabrück, Schulpädagogik; Leiterin der Forschungsstelle Begabungsförderung des nifbe)

Selbstkompetenz, manchmal auch Ich-Kompetenz oder auch Personale Kompetenz genannt, ist einer dieser Begriffe, hinter denen sich viele Ideen, Konstrukte und Annahmen verbergen. Oft glaubt man, dass bei der Verwendung dieses Begriffs über eine Sache gesprochen wird, unter der alle das Gleiche verstehen.
Hört man jedoch genauer hin, so wird deutlich, dass das, was unter Selbstkompetenz verstanden wird, eine enorme Spannbreite umfasst. Die interdisziplinäre Forschungsstelle Begabungsförderung des nifbe (unter Leitung von Prof. J. Kuhl und Prof. C. Solzbacher) hat folgende Arbeitsdefinition ihren Forschungen zugrunde gelegt:

Die Entwicklung von Selbstkompetenz ist als lebenslanger Prozess zu verstehen. Selbstkompetenz bezeichnet die Fähigkeit, in sich verändernden Zusammenhängen motiviert und aktiv gestaltend handeln zu können. Die Handlungsfähigkeit des Einzelnen hängt entscheidend von der Fähigkeit ab, Wissen und Emotionen miteinander zu verknüpfen. Für die Selbstkompetenzförderung sind (professionelle) pädagogische Beziehungen ebenso von zentraler Bedeutung wie die Gestaltung der Lernumgebung. Eine hohe Selbstreflexivität der Pädagogin/ des Pädagogen ist dabei unabdingbar.

Täuscht der Eindruck, dass die Förderung von Selbstkompetenz eine vernachlässigte Aufgabe im Bildungsprozess ist? Woran liegt das? - An den Rahmenbedingungen unter denen Pädagogen und Pädagoginnen heute in Kita und Schule arbeiten? - An dem Credo eines höher-schneller-weiter, dass sich nach PISA möglicherweise verstärkt eingeschlichen hat?
Die Ringvorlesung möchte die Bedeutung der Selbstkompetenzförderung in Erinnerung rufen und mit neuen Forschungserkenntnissen und Praxisbeispielen untermauern. Der Vortrag wird in die Themen der Ringvorlesung einführen und das Thema in einen breiteren Rahmen einbetten: Selbstkompetenz ist eine Basis für Lernen überhaupt. Hängt die Förderung von Selbstkompetenz von bestimmten Lernsettings ab? In welcher Beziehung stehen individuelle Förderung und Selbstkompetenzförderung zueinander? Hängt die Förderung der Selbstkompetenz von Schülern und Schülerinnen auch von der Selbstkompetenz von Pädagogen und Pädagoginnen ab und wovon wird diese beeinflusst?

Folien zum Vortrag

29.10.2013

Mit dem Körper die eigenen Stärken entdecken – Wie Kinder Selbstkompetenz erwerben

Prof. Dr. Renate Zimmer (Universität Osnabrück, Sport- und Bewegungswissenschaften; Leiterin der Forschungsstelle Bewegung und Psychomotorik des nifbe)

Kinder erleben und erfahren ihre Welt über ihren Körper und entwickeln dabei implizite Vorstellungen über sich selbst. Die Erfahrung der eigenen Wirksamkeit trägt zum Aufbau eines positiven Selbstkonzeptes bei.
In dem Vortrag wird die Bedeutung von Körper- und Bewegungserfahrungen für den Erwerb von Selbstkompetenz als einem wesentlichen Ziel frühkindlicher Bildungsprozesse erläutert. Am Beispiel der Bildungsbereiche Sprache und Literacy wird verdeutlicht, wie ein an der Körperlichkeit des Kindes ansetzendes Konzept sowohl zur Förderung kommunikativer Kompetenzen als auch zur Stärkung personaler Ressourcen beitragen kann. Gute Kenntnisse im Bereich Sprache tragen auch zu einer gelungenen Übergangsbewältigung von der Kita in die Schule bei, sie gelten als Voraussetzung für eine erfolgreiche Bildungsbiographie Ergebnisse empirischer Studien werden vorgestellt, Falldarstellungen dokumentieren den Prozess der Entwicklungsbegleitung. Zudem wird darauf eingegangen, wie in der Grundschule an diese Ergebnisse angeknüpft werden kann.

05.11.2013

Welche Impulse für die Entwicklung von Selbstkompetenzen erhalten Kinder und Jugendliche in Beziehungen?

Schlussfolgerungen für die Gestaltung von Unterricht und die Lehrer-Schüler-Beziehung

Dr. Christina Schwer (Wissenschaftliche Mitarbeiterin in der Forschungsstelle Begabungsförderung des nifbe)

Gerade im Verlauf der frühen Kindheit und im Jugendalter werden in Beziehungen zu wichtigen erwachsenen Bezugspersonen (zu Eltern, Erzieherinnen, Lehrpersonen) sowie in Peer- und Freundschaftsbeziehungen jene Selbstkompetenzen entscheidend mit geprägt, die für die Umsetzung von Begabungen in Leistung und auch für das Erreichen von individueller Lebenszufriedenheit bedeutsam sind. Im Vortrag werden diese unterschiedlichen Beziehungen in den Blick genommen und zentrale Beziehungs-Momente fokussiert, aus denen Kinder und Jugendliche wichtige Impulse für die Entwicklung ihrer Selbstkompetenzen erhalten. Konsequenzen für eine selbstkompetenzförderliche Beziehungs- und Unterrichtsgestaltung sollen herausgearbeitet werden. Speziell bezogen auf Schule und Unterricht werden zudem die Chancen und Risiken einiger Methoden individueller Förderung in Bezug auf die Selbstkompetenzförderung von Schülerinnen und Schülern betrachtet.

Folien zum Vortrag

12.11.2013

Selbstkompetenz aus Sicht einer integrativen Persönlichkeitstheorie (PSI-Theorie): Warum ist die Beziehung zwischen pädagogischen Fachkräften und Kindern so wichtig?

Prof. Dr. Julius Kuhl(Universität Osnabrück, Differentielle Psychologie und Persönlichkeitsforschung; Leiter der Forschungsstelle Begabungsförderung des nifbe)

Thomas Künne(wissenschaftlicher Mitarbeiter in der Forschungsstelle Begabungsförderung des nifbe)

Ausgehend von einer integrativen Theorie der Persönlichkeit (PSI-Theorie, Kuhl, 2001), zwei wichtige Kernfragen („Wie schaffe ich es, das zu tun, was ich mir vornehme?“ und „Wie lerne ich aus Fehlern, statt sie immer wieder zu wiederholen?“) von Selbstkompetenz mit einem Wechselspiel aus vier verschiedenen Funktionsbereichen der Persönlichkeit vorgestellt. Außerdem werden mögliche pädagogische Handlungsfelder in der Selbstkompetenzförderung eröffnet, besonders wird die Rolle der Beziehung zwischen LehrerInnen und SchülerInnen genauer angeschaut und die Frage beantwortet, warum die Selbstkompetenz von pädagogisch Tätigen gerade in der Beziehung zu Kindern so wichtig ist und wie sie förderlich auf die Selbstkompetenzentwicklung von Kindern wirkt. Erste Ergebnisse einer umfangreichen Untersuchung werden in diesem Rahmen vorgestellt.

Folien zum Vortrag

 

19.11.2013

Haben Pflanzen auch Heimweh? und Schwimmen lernen kann man nicht ohne Wasser! - Praxiskonzept Philosophieren mit Kindern und Forschendes Lernen

Dr. Kristina Calvert (Bildungsreferentin, Dozentin, Autorin, Kinderphilosophin Projektleitung „Forschen und Philosophieren mit Kindern“)

Ruth Jakobi (Schulleitung Grundschule Forsmannstraße, Hamburg gemeinsam mit K. Calvert verantwortlich für das Praxiskonzept)

Seit fünf Jahren erproben Erzieher, Lehrer, Eltern und Schüler erfolgreich an der Schule Forsmannstraße, wie man "Forschendes Lernen-ausgehend von den _FRAGEN DER KINDER"_ in den Ganztag implementieren kann. Für die Entwicklung des Konzepts hat die Schule den "Anstifter" Preis der Körber-Stiftung erhalten und ist "Schule im Fluss" im Auftrag der Agentur für Schulbegleitung und der Körber-Stiftung. So entstand das Praxishandbuch "Forschendes Lernen- oder Haben auch Kakteen Berührungsängste" in dem bis zu Kopiervorlagen alles zu finden ist, was man so zur "Förderung von _SELBSTKOMPETENZEN DER KINDER UND ERWACHSENEN "_ an einer Ganztagsschule mit ca. 300 Kindern braucht.

26.11.2013

Das Potential der Achtsamkeit für die Förderung von Selbstkompetenz und Selbstwirksamkeit

Vera Kaltwasser (OStR, Lehrerfortbildung)

Vera Kaltwasser stellt in ihrem Vortrag zunächst die jüngsten Ergebnisse der Achtsamkeitsforschung dar und erläutert dann, inwiefern eine Einübung in die Haltung der Achtsamkeit Kinder und Jugendliche dazu befähigt, ihre Selbstwahrnehmung zu verfeinern, damit ihre Selbstkompetenz auszubilden und auf dieser Basis die Fähigkeit zur Selbstwirksamkeit zu entfalten. Es wird in dem Vortrag dargestellt, wie die Vermittlung der Haltung der Achtsamkeit konkret im Schulalltag praktiziert werden kann.
In diesem Zusammenhang wird auf die Ergebnisse einer Studie zu dem Interventionsprogramm AISCHU@ (Achtsamkeit in der Schule) verwiesen, das Forscher der Universität München mit drei fünften Klassen eines Gymnasiums durchgeführt haben.

 

03.12.2013

Förderung von Selbststeuerungsfähigkeiten im schulischen Kontext

Ao. Univ. Prof. Dr. Franz Hofmann (Fachbereich Erziehungswissenschaft, School of Education; Universität Salzburg)

Viele empirische Arbeiten deuten darauf hin, dass Schule für 12- bis 15-jährige Schülerinnen und Schüler nicht optimal konfiguriert ist, d. h. nicht so konfiguriert ist, dass sie für Jugendliche in dieser wichtigen Entwicklungsphase gut „passt“. In den entsprechenden Publikationen finden sich aber häufig nur deskriptive Befunde, die sich etwa des Konstrukts der „Schulunlust“ bedienen; konstatiert wird beispielsweise lediglich, dass das Ausmaß an Schulunlust im Lauf der Sekundarstufe I wächst. Im gegenständlichen Vortrag soll analysiert werden, in welchem Ausmaß Lehrpersonen das Konstrukt der „Selbststeuerungskompetenz“ in der Sekundarstufe I als „positiver“ Orientierungspunkt für erzieherische Maßnahmen dienen kann (auf der Basis von SSI-Daten). Zudem soll geprüft werden, welche didaktischen Implikationen aus leistungsmotivationaler Perspektive für die Unterrichtsgestaltung in der Sekundarstufe I formuliert werden können (auf der Basis von MUT-Daten), damit eine bessere Passung gelingt.

Folien zum Vortrag

10.12.2013

Engagiert, wissend sowie kompetent – und doch gestresst? PädagogInnen im(Schul-) Alltag

Inga Doll (Wiss. Mitarbeiterin in der Forschungsstelle Begabungsförderung des nifbe)

Dr. Stefan Schache (Universität Osnabrück, Sport- und Bewegungswissenschaften)

PädagogInnen verfügen zumeist über ein hohes Maß an persönlichem Engagement, Wissen und Können. Stress und Anforderungen können diese positiven Fähigkeiten jedoch bis zur persönlichen Belastungsgrenze beeinträchtigen und damit die fachlichen Handlungsmöglichkeiten einschränken. Die Stärkung der eigenen Selbstkompetenzen können Belastungen im Unterrichtsalltag entgegenwirken und vor negativen Auswirkungen von Stress und Belastung schützen. Durch die Stärkung der persönlichen Selbstkompetenzen können Lehrkräfte sich selbst (wieder) in die Lage versetzen, SchülerInnen bestmöglich zu unterstützen. Wie eine Stärkung der Selbstkompetenzen von PädagogInnen gelingt, wird anhand des Projektes „(selbst-)kompetent bilden- Kinder nachhaltig stärken“ gezeigt.

Folien zum Vortrag

 

17.12.2013


Frau Esser kann Ihren Vortrag krankheitsbedingt nicht halten. Es wird einen Ersatzvortrag durch Meike Sauerhering und Miriam Lotze zum Thema „Übergänge selbstkompetent bewältigen“ geben.

Vom Versagen in der Schule zum Vertrauen in eigene Stärken: Gelingensbedingungen von Schülercoaching bei (sogenannten) Minderleistern

Petra Esser (Grundschullehrerin, freie Bildungsreferentin, systemische Beraterin „Wertebalanciertes Coaching“ )

„Lernen ist das Persönlichste auf der Welt.
Es ist so eigen wie ein Gesicht
oder wie ein Fingerabdruck.“
Karl-Heinz von Foerster (1999)

Bleiben Schülerinnen oder Schüler häufig mit ihren schulischen Leistungen hinter ihren und/oder unseren Erwartungen zurück, dann werden unterschiedliche Lösungs- und auch Lernstrategien für die vermeintliche Gruppe der „Underachiever“ gesucht. Dieses Phänomen ist nicht, wie häufig vermutet, an eine Hochbegabung gebunden, sondern wir begegnen ihm bei allen Kindern.
Das Beratungsformat Coaching setzt bei den Stärken und Ressourcen des Schülers an und soll einen aktiven Lernprozess (wieder) in Gang setzen. Eine solche Lernprozessbegleitung setzt eine konstruktivistische Perspektive auf den Lernprozess von Menschen voraus und das Wissen darum, dass Lernen nur anregt, niemals aber vollständig determiniert werden kann
Mit der Grundannahme von K.H. Förster wird bereits deutlich, dass die Fähigkeiten und Fertigkeiten, die zum Lösen von Problemen und zum Bestehen von Herausforderungen gebraucht werden, in der Person selbst zu finden sind.
Im Schülercoaching werden Lösungen nicht von außen eingebracht, sondern es geht darum, individuelle Lösungsansätze zu finden und diese gezielt umzusetzen. Diese Haltung entspricht dem Grundprinzip der Hilfe zur Selbsthilfe und vor allem der Selbstverantwortung für die eigenen Lernprozesse. Es geht um einen offenen Diskurs zur Lösung eines subjektiv bedeutsamen Problems.
Coaching im Kontext schulischer Bildung ist also ein Prozess, in dem eine gezielte Unterstützung bei der Kompetenzentwicklung zur Bewältigung des Alltags und des Lebens als Schüler sicher gestellt werden soll.
Dabei geht es immer um die Person, die jedoch nie unabhängig von verschiedenen Systemen (Schule, Familie, Peergroup) zu betrachten ist. Das wirft vor allem die Fragen auf: Inwiefern ist ein Schülercoaching eine besondere Form des Coachings? Welche Voraussetzungen und Kompetenzen braucht es als „Coach“? und Welche Rahmenbedingungen müssen in Schule gegeben sein, damit ein solches Beratungskonzept nachhaltig implementiert werden kann?

Folien zum Vortrag

07.01.2014

Sich im kooperierenden Miteinander (er-) finden - Arbeitsbündnisse bei sozialen und emotionalen Herausforderungen

Dr. Ulf Algermissen (Schulleiter einer Förderschule mit dem Schwerpunkt soziale u. emotionale Entwicklung, Hildesheim; Lehrbeauftragter für Individuelle Lernförderung und Inklusion, Universität Hildesheim)

Sozialemotional herausfordernde Kinder stellen eine schwierige Anforderung für die Gestaltung des gemeinsamen Lebens und Lernens in Kindertagesstätten und Schulen dar. Ihre Zahl wächst rapide. Diese Kinder verstellen sich der Teilhabe an zunehmend heterogeneren Lernkulturen dadurch, wie sie ihr soziales Handeln gestalten. In der Folge werden sie als psychisch auffällig und behandlungsbedürftig eingestuft.
Wie kann pädagogisches Handeln gestaltet werden, dass Kinder sich allgemeine Grundformen der Ordnung aktiv erarbeiten können? Es darf ihnen die Aneignung sozialer Umgangsformen nicht noch schwerer machen, indem sie statisch formulierte und gestaltete Lernwelten als verbindlich voranstellt. Vielmehr muss über eine anerkennende und kooperierende (Schul-) Kultur gewährleiste werden, dass junge Menschen, die ihr Handeln nur schwer in vernünftigen Bahnen (Jetter) halten können, vor weiteren Ausgrenzungserfahrungen geschützt werden. Das kooperative Handeln sollte seine Impulse aus einem vorsichtig-deutend-antizipierenden Vorgriff auf lebensgeschichtliche Zusammenhänge beziehen, die das Kind selbst, für sich bisher sinnhaft gefüllt und interpretiert hat.
Das veränderte soziale Handeln von SchülerInnen stellt eine Herausforderung an die Beziehungen zwischen Akteuren in der Schule dar. Die in dem Vortrag eingenommene Perspektive, stellt sich insbesondere gegen modularisierte und dem pädagogischen Handeln aufgesetzte Behandlungen, gestörten sozialen Handelns. Denn diese zielen darauf, durch Außenreize Schüler zu einem veränderten Verhalten zu bewegen, denn hier werden die Ursachen für verändertes Verhalten im Individuum verortet.

 

14.01.2014

Jungen machen Arbeit – Jungenarbeit machen
Praxis von Selbstbehauptung für Jungen - Einsatz von bewusster Jungenarbeit

Michael Tiaden (Dozent an der Hochschule Osnabrück im Studiengang Soziale Arbeit)

Jungen haben keine Probleme, sie machen welche – so kann oftmals die Einstellung gegenüber Jungen beschrieben werden. Sie gelten als „Störenfriede“, im schlimmsten Fall als „potentielle Täter“.
Jungen fehlen Männer auf vielen verschiedenen Ebenen: Sie fehlen real in der Kindererziehung und bei der Hausarbeit, sie fehlen als Freunde, mit denen Man(n) reden kann und insbesondere fehlen sie als Modelle!
An diesem Abend geht es sowohl um die Auseinandersetzung mit Männlichkeit (-skonstruktionen) als auch um Geschlechterpositionen. Wie können Jungen lernen, sich Positives abzuschauen, sich von Negativen abzugrenzen – kurz: Wie können Männer nicht als Vorbilder wirken, sondern als Modell dienen?
Selbstbehauptungsarbeit für Jungen in einem pädagogisch organisierten männlichen Kontext kann einen Beitrag dazu leisten, die Aufmerksamkeit in erster Linie auf sich selbst, auf die eigene Person, das „ich“ von Jungen zu lenken, Selbstbehauptung kommt nicht erst in der dramatischen Gefahrensituation, die jeder Junge kennt, zum Tragen.
Grundsätzlich liegt der Arbeit eine Persönlichkeitsstärkung zugrunde. Es sollen die Handlungsoptionen von Jungen erweitert werden, denn: Wer mehr Handlungsperspektiven hat, kann adäquater und flexibler auf ihn zukommende Situationen reagieren (vgl. Jantz/Grote, Perspektiven der Jungenarbeit, 2003).
In der Veranstaltung wird es darum gehen, einen praxisnahen Zugang zu Lebenswelten von Jungen zu bekommen, um einen Einblick zu bieten, wie unterschiedlich männliche und weibliche Zugangsweisen zu persönlichen Themen von Jungen im pädagogischen Alltag aussehen können.

 

21.01.2014

„Selbst – Handeln – Können“ - Lernen in beziehungssensibler Umgebung
Selbstkompetenzförderung von Kindern. Vorstellung eines Projekts zur Förderung von Selbstkompetenzen von Kindern.

Manfred Blieffert (stellvertretender Leiter der Kunst- und Musikschule Osnabrück & Leiter der Offenen Druckwerkstatt)

Michaela Kruse-Heine (Wissenschaftliche Mitarbeiterin in der Forschungsstelle Begabungsförderung des nifbe, Erziehungswissenschaftlerin, Kunstpädagogin, Erzieherin)

Kinder können in ihren Selbstkompetenzen durch eine gestaltete Lernumgebung, durch beziehungssensiblen Umgang – der getragen ist durch Wertschätzung und Respekt gegenüber den Kindern - und durch eine professionelle Haltung der Lehrkräfte gestärkt werden. Wie diese Unterstützungsleistung aussehen kann, wurde in der städtischen Musik- und Kunstschule Osnabrück in der Offenen-Druckwerkstatt des Kunstateliers evaluiert.
Für je ein Vierteljahr besuchen GrundschülerInnen aus Osnabrück, im Klassenverbund die Offene Druckwerkstatt. Es werden dortselbstgemachte Bücher in einer kleinen Auflage entwickelt und gedruckt, sodass jedes Kind zum Abschluss des Projektes ein eigenes Buch erhält.Die Themen der Buchprojekte entstehen in unterschiedlichen Schulfächern (Sachunterricht, Religion, Geschichte).
Evaluiert wurde, inwieweit das Angebot der Offenen Druckwerkstatt die Selbstkompetenzen von Kindern fördert. Zu diesem Zweck wurden die Kinder selbst befragt. Die Befragung orientierte sich unter anderem an folgenden Merkmalen von Selbstkompetenz:

  • „Hindernisse überwinden können“
  • „mit Frustrationen umgehen können“
  • „Gefühle zeigen und regulieren können bzw. Hilfen zulassen“
  • „Feedback aus der Umwelt aufnehmen und integrieren können“

In dem Vortrag werden praxisrelevante Evaluationsergebnisse vorgestellt.

 

28.01.2014

Selbstkompetenzförderung von Eltern als Grundlage einer Erziehungspartnerschaft zwischen Eltern, Schule und Kindern

Miriam Lotze (Universität Osnabrück, Schulpädagogik)

Marlies Brüggemann (Schulleiterin IGS Melle)

Die Integrierte Gesamtschule Melle hat sich auf den Weg gemacht, Elternarbeit im Sinne einer Erziehungspartnerschaft zu gestalten. Jährlich werden vor dem Übergang in die weiterführende Schule für die Eltern der neu an der IGS Melle aufzunehmenden Schülerinnen und Schüler Elterntrainings angeboten. Das Kollegium der IGS Melle möchte auf diese Weise ein gemeinsames Erziehungskonzept nach den Leitlinien einer „Positiven Erziehung“ mit den Eltern der neuen Schülerinnen und Schüler anbahnen. Ziel ist, die gesetzlich verankerte gemeinsame Erziehungsverantwortung von Elternhaus und Schule umzusetzen, sodass Lehrer und Eltern bei der Erziehung der Kinder und Jugendlichen eine gemeinsame Linie verfolgen. Im Schuljahr 2012/13 wurde das Elterntraining von der nifbe Forschungsstelle Begabungsförderung wissenschaftlich begleitet. Die Ergebnisse geben Aufschlüsse darüber, wie durch die Elterntrainings die Selbstkompetenzen von Eltern gefördert werden. Im Mittelpunkt des Vortrags stehen das Konzept des Elterntrainings an der IGS Melle sowie die Ergebnisse zur Selbstkompetenzförderung von Eltern durch diese. Zudem wird beleuchtet, welche Auswirkungen die Erziehungspartnerschaft zwischen Elternhaus und Schule auf das Lernen der Kinder hat.

Folien zum Vortrag

04.02.2014

Beobachten lernen – wie eine forschende Haltung in der Praxis entsteht

Prof. Dr. Sabine Hebenstreit-Müller (Direktorin des Pestalozzi-Fröbel-Hauses, Berlin & Honorarprofessorin an der Universität Halle-Wittenberg)

Eine gute pädagogische Praxis des Umgangs mit Kindern setzt eine forschende Haltung voraus. Sie ist nur möglich, wenn pädagogisch handelnde Erwachsene nicht von vornherein wissen, was für Kinder gut ist, sondern bereit sind, von Kindern selbst zu lernen, wie sie unterstützt und eigene Kräfte herausgefordert werden können. Die Beobachtung von Kindern spielt dabei eine zentrale Rolle. Der Beitrag stellt an Praxisbeispielen aus Kitas und Schulen Beobachtung als grundlegende professionelle Tätigkeit vor, die eine veränderte Einstellung ebenso erfordert wie eine Neustrukturierung des pädagogischen Alltags und der Zusammenarbeit mit Eltern.

 

11.02.2014

Kinder stärken Kinderstärken - Begabungsförderung in inklusiven Schulen und Kitas

Prof. Dr. Simone Seitz (Universität Bremen, Inklusive Pädagogik)

Das Lernen von Kind zu Kind ist eine zentrale Ressource inklusiver Konzepte in Kita und Schule.
Im Alltagsverständnis wird hierunter oftmals ein Transfer vom „stärkeren“ zum „schwächeren“ Kind verstanden. Aus dieser Einschätzung speist sich dann die skeptische Frage nach möglichen Nachteilen inklusiver Praxis für leistungsstarke und besonders begabte Kinder. Denn Inklusion wird oftmals vorwiegend mit Defiziten, Begabungsförderung hingegen mit Potenzialen konnotiert – und dies scheint auf den ersten Blick nicht zusammenzupassen. Wenig diskutiert wurden bislang daher die Fragen, in welcher Weise gerade leistungsstarke Kinder von inklusiven Settings profitieren können und wie sich Begabungsförderung und Inklusion in der Praxis „vertragen“ können.
Zieht man in Betracht, dass inklusive Schulpraxis dem (selbstverständlichen) Anspruch unterliegt, Begabungen aller Kinder bestmöglich zur Entfaltung zu bringen, ist folglich zu fragen, ob und wie dieser Anspruch konzeptionell eingeholt werden, wie also Begabungsförderung als integraler Teil inklusiven Unterrichts praktiziert werden kann. Es ist außerdem zu klären, welche Ambivalenzen mit Blick auf Anerkennungs- und Diskriminierungspraxen in Schulen aufscheinen, wenn Ansätze der Begabungsförderung und der inklusiven Pädagogik und Didaktik zusammengeführt werden.
Im Vortrag werden anhand eines qualitativ angelegten Forschungsprojekts („Hochbegabung inklusive“) spezifische Perspektiven, Herausforderungen und Ambivalenzen der Implementierung von Begabungsförderung in inklusiven Schulen in schwieriger Lage aufgezeigt und erste Erkenntnisse aus unserer Studie zur möglichen Architektur eines begabungsfördernden inklusiven Unterrichts zur Diskussion gestellt. Dabei soll deutlich werden, wie in der inklusiven Praxis Kinderstärken aller Kinder gestärkt werden können.